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Lochrasterplatinen

12.07.2013

Einführung

Lochrasterplatinen sind für die meisten Hobbyelektroniker ein unverzichtbares Material. Immer wenn es darum geht, einfachere Schaltungen mit möglichst geringem Aufwand aufzubauen, schlägt ihre Stunde. Besonders für Prototypen und Projekte bei denen kein akuter Platzmangel besteht sind sie von großem Nutzen, da wohl die wenigsten Hobbyelektroniker über eine gute und einfache Fertigungsanlage für gedruckte Schaltungen verfügen.

Es gibt eine Vielzahl von Techniken, Tricks und Optimierungsmöglchkeiten für die Herstelung von Lochrasterschaltungen. Einige davon sind ehr zum abgewöhnen, andere besonders zeitsparend oder einfach.

Ich möchte in dieser Reihe vor allem auf die von mir über Jahre entwickelte Technik eingehen, Lochrasterplatinen möglichst professionell und platzsparend herzustellen. Der Faktor Zeit ist dabei auf kurze Sicht größer, auf Lange Sicht rentiert sich der Mehraufwand in jedem Fall. Besonders für größere Projekte ist eine solche oder ähnliche Methode unumgänglich!

Streifenraster / Punktraster

Der Begriff Lochraster sagt ersteinmal nichts darüber aus, ob es sich um ein durchgängiges Streifenraster oder ein Punktraster handelt, bei dem jedes Loch mit einem einzelnen Kupferring versehen ist. Beide Arten haben Vor- und Nachteile, wobei jedoch das Punktraster weitaus universeller einsetzbar ist! Platinen gänzlich ohne Kupferbahnen, die es natürlich auch gibt, werden hier nicht weiter besprochen.

Streifenraster

Streifenraster-Platine

Streifenrasterplatinen haben einen signifikanten Vorteil gegenüber Punktrasterplatinen. Da die Kupferbahnen durchgehend sind, müssen auf dieser Seite der Platine im Normalfall keine zusätzlichen Bahnen mit Draht gelegt werden. Verbindungen zwischen den Bahnen (falls überhaupt nötig) geschehen immer mit Drahtbrücke auf der Bauteilseite, Unterbrechungen werden dagegen durch ein Durchkratzen oder Aufbohren der Leiterbahnverbindung (meist Lochstellen) erreicht.

Wenn es sich um eine Schaltung handelt bei der möglichst viele Bauteile auf gleiche Art zusammengeschlossen werden sollen (wie beispielsweise eine Lichtleiste mit LEDs / eine Verteilerplatine) oder nur wenig Bauteile verwendet werden, ist das Streifenraster dem Punktraster vorzuziehen. Auch für einige Spezialanwendungen sind sie hilfreich, dazu später mehr.

Punktraster

Punktraster-Platine

Punktrasterplatinen sind in den meisten Fällen die bessere oder einzig sinnvolle Wahl, besonders bei größeren Projekten! Hier gibt es keine Verbindungen zwischen den Lötpunkten, dies bedeutet, dass man diese mit Draht- oder Zinnbrücken selber ziehen muss. Dies ist ggf. ein gewisser Mehraufwand, erlaubt aber eine erheblich flexiblere und enorm platsparende Montage der Bauteile. Teilweise ist mit gedruckten Schaltungen keine signifikant kleinere Anordnung als mit Lochraster-Schaltungen möglich (Bei Nicht-SMD-Bauteilen!). Um Punktrasterplatinen soll sich daher auch der Großteil dieser Reihe drehen.

Einige technische Fakten vorweg...

Lochrasterplatinen haben ein festes, normiertes Rastermaß. Damit liegen die Bohrungen jeweil in einem Abstand von 2,54mm (0,1 inch) auseinander.

Der Durchmesser der Bohrung liegt meist um die 0,8 - 1,0 mm.

Es gibt zwei verchiedene Werkstoffe aus denen das Platinenmaterial sein kann; Hartpapier (eine Verbindung aus Papier und Penolharz) und epoxydharzgetränkes Glasfasergewebe. Hartpapier ist die billigere Variante und an seiner braunen Farbe zu erkennnen, Epoxyd-Platinen sind teurer, dafür stabiler und in gedruckten Schaltungen heute Standard. Für Lochrasterschaltungen reichen Hartpapier-Platinen meist völlig aus.

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